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Gemüsegarten in Zinkwannen – meine Erfahrung aus dem ersten Jahr

Topfgarten, Gemüse in Zinkwannen

Im letzten Jahr hatte mich das Fieber gepackt: Gemüse anbauen im eigenen Garten! Da ich ja in einem Industriegebiet wohne und eher einen Hinterhof als einen Garten habe, habe ich es mit Topfgärtnern versucht. Am liebsten nehme ich dafür ausrangierte, alte Zinkwannen, große Kochtöpfe aus Großmutters Zeiten und auch neue Zinkgefäße. Ich habe im letzten Sommer Mangold, Pflücksalat, Zucchini, Gurken, Tomaten, Spinat, Feldsalat, Postillionbohnen, Kräuter, Erdbeeren, Radieschen angebaut. Wie es gelaufen ist, wie groß der Ernteertrag war und was nicht so gut lief, davon möchte ich Dir gerne berichten.

Radieschen gehen (fast) immer

Radieschen aus eigener Ernte

Radieschen sind kinderleicht zu ziehen. Ich habe sie im Frühling direkt in eine Zinkwanne ausgesät und sogar in einem Korb von der Größe eines kleinen Balkonkastens. Obwohl sie sehr dicht standen, sind sie schnell und gut gewachsen. Die Ernte war super und sehr köstlich. Aus dem Grün der Radieschen habe ich Radieschenpesto gemacht (–> zum Rezept für Radieschenpesto). Meine zweite Aussaat im August ist leider nichts mehr geworden. Könnte zum einen daran liegen, daß Paula gerne ihre Nase in den Radieschentopf gesteckt hat. Vielleicht hätte ich aber auch die Erde zur Hälfte austauschen müssen. Ich habe es noch nicht rausbekommen, woran es lag. Mal schauen, wie es dieses Jahr läuft. Ich habe bereits Radieschen ausgesät und ihnen dieses Mal mehr Abstand gegönnt.



Pflücksalat, Spinat, Mangold, Feldsalat und Asiasalat

Mangold in Zinkwanne, Topfgarten
Mangold, selbstgezogen aus Saat

Pflücksalat: Mit den Salaten hatte ich den größten Erfolg. Den Pflücksalat habe ich vorgezogen aus einer guten Gärtnerei gekauft und er hatte sich prächtig entwickelt. Ich kam mit dem Essen kaum hinterher.

Spinat: Den ersten Spinat habe ich in eine Zinkwanne gesät, in der auch eine Zucchini und Petersilie saßen. Es hat geklappt, aber durch den mangelnden Platz war es natürlich eine überschaubare Menge an Spinatblättern. Später habe ich dann noch mal Spinat in eine größere Zinkbadewanne für sich alleine ausgesät und diese Ernte war dann ertragreicher. Es braucht halt alles seinen Platz, um sich gut entwickeln zu können und damit man auch entsprechend für eine Mahlzeit was ernten kann.

Mangold: Den Mangold habe ich direkt in zwei mittelgroße Zinkwannen ausgesät (zusammen mit zwei Reihen Radieschen) und es super geklappt. Besser wäre es gewesen, wenn ich die Keimlinge vereinzelt hätte. Dann wären die Pflänzchen bestimmt größer geworden. Aber so war es auch okay und ich konnte regelmäßig die Blätter für meine Gemüsepfannen & Co. ernten. Meine Mangold-Rezepte findest du hier: Zucchini-Mangold-Quiche, Quinoa-Mangold-Salat mit roter Bete

Feldsalat: Als der Pflücksalat durch war, habe ich in diese Zinkwanne Feldsalat ausgesät, und zwar Mitte/Ende August. Das Ziel war, ihn im Winter zu ernten. Ich habe leider zu spät die Anleitung auf dem Samentütchen gelesen, daß in der Fruchtfolge kein Salat vorher in dem Beet gewesen sein darf. Da hatte ich den Feldsalat aber schon ausgesät. Also dachte ich mir: „Entweder es klappt oder es klappt nicht“. Man muss ja auch mal ein Risiko eingehen ;) Und siehe da: die Saat ging auf. Im Winter habe ich allerdings noch nichts ernten können. Die kleinen Pflänzchen blieben in der Entwicklung irgendwann stecken. Im zeitigen Frühjahr aber wuchsen sie weiter und ich konnte regelmäßig frischen Feldsalat aus dem eigenen Garten genießen.

Asiasalat: Den Asiasalat habe ich als Saatband nach dem Spinat in die große Zinkwanne ausgelegt und er keimte auch. Leider blieben die kleinen Pflänzchen aber in der Entwicklung stecken und wuchsen nicht weiter. Irgendwer aus der Tierwelt hatte dann auch noch Geschmack gefunden an den kleinen zarten Blättern und so wurde es nichts mit meiner Asiasalaternte. Vielleicht hätte ich die obere Erdschicht vor der Aussaat austauschen oder vielleicht düngen müssen. Da muss ich mich noch mal schlau machen und mir ein paar Expertentipps einholen, was die Fruchtfolge in Kübeln und Hochbeeten angeht.


Zucchini und Gurken

Zucchiniblüte
Zucchini

Die Zucchini und Gurken habe ich vorgezogen aus der Gärtnerei meines Vertrauens gekauft. Die kleine Snackgurke bekam ihren eigenen Topf, eine Zucchini hat sich eine Zinkwanne mit dem Pflücksalat geteilt und eine Weitere mit Spinat und Petersilie. Zu Anfang lief alles Bestens. Die Pflanzen entwickelten sich prima, bildeten Früchte und ich konnte reichlich ernten. Hier findest Du das Rezept für vegetarisch gefüllte Zucchini aus dem eigenen Garten. Dann aber bekamen sie alle einen Pilz (Mehltau?). Sie bildeteten zwar Blüten, aber die Früchte, die daraus entstanden, wuchsen nur ein paar Zentimeter und sind dann eingegangen. Sehr schade! Auf Grund des sehr trockenen Sommers hätte ich nicht mit Mehltau gerechnet. Auch hier werde ich mir noch mal einen Expertenrat einholen. Für dieses Jahr habe ich mir bereits Gurken selbst vorgezogen und sie haben schon eine stattliche Größe. Demnächst kommen sie nach draußen.

Erfahrungsbericht Gemüsegarten in Zinkwannen
Snackgurken

Tomaten

Tomaten aus eigener Ernte

Ich liebe Tomaten! Um so schöner, wenn Sie dann auch noch selbstgezogen und geerntet sind. Ich hatte sieben Tomatenpflanzen und alle waren vorgezogen. Zwei habe ich aus dem Bioladen mitgenommen, ohne zu wissen, welche Sorten es werden. Daraus wurden eine Eiertomate und eine gewellte Fleischtomate. Sie sind nicht so groß geworden und der Geschmack war eher nüchtern. Ich habe sie z.B. für ein Tomatenchutney genommen. Dafür waren sie gut geeignet.
Drei weitere Kirschtomaten stammten aus der bevorzugten Gärtnerei, waren sehr lecker und entwickelten sich prächtig (wie eigentlich alle Tomaten). Zwei dieser Pflanzen saßen sogar zusammen in einem Topf und es machte ihnen nichts aus. Zwei weitere Tomatenpflanzen wurden von einem Pflanzenversandhandel gesponsert. Der Grund für das Sponsoring war die Tomatenchallenge des Gartenbloggertreffens, das die Firma alljährlich veranstaltet. Da ich mich etwas später angemeldet hatte, als die anderen teilnehmenden Blogger, hing ich mit der Entwicklung meiner Wettbewerbstomaten etwas hinterher. Zum Zeitpunkt des Gartenbloggertreffens anfang August hatte ich zwar schon Früchte, allerdings waren sie noch grün. Ihr Messwert bezüglich des Säure- und Zuckergehaltes waren aber trotzdem sehr gut. Ich landete also bei der Challenge nicht auf dem letzten Platz. Im Übrigen entwicklelten sich die gesponserten Kirschtomaten zu sehr leckeren, süßen Früchten, die ich bis in den Herbst hinein ernten konnte.

Meine Tomaten standen alle auf der überdachten Veranda unseres Gartenhäuschens. Sie haben erst ab dem späten Nachmittag Sonne abbekommen und haben sich an diesem vor Regen geschützten Plätzchen bestens entwickelt. Die Rankstäbe wurden mit der Zeit zu kurz, so daß ich in die Überdachung Haken geschraubt habe, an denen ich Fäden zu den Rankstäben herab gespannt habe, damit die Tomaten weiter nach oben ranken konnten. Das hatte ich mir in einem hiesigen Gartenbaubetrieb abgeguckt und klappte super.

Gartenhaus in Abendsonne
Die Tomaten stehen geschützt auf der überdachten Veranda des Gartenhäuschens

Kohlrabi

Topfgarten, Kohlrabi im Topf

Tja, der Kohlrabi hat sich tapfer durch den Winter bis ins Frühjahr durchgeschlagen. Nur leider hat er keine Knollen gebildet. Nur wunderschöne Blätter. Ob es daran lag, das er zu wenig Platz hatte? Oder weil ich ihn aus dem Supermarkt gerettet habe, wo er fast vertrocknet und Mitleid erregend zwischen zerupften Blumen stand? Entwickelt hat er sich trotz seiner Supermarktherkunft prächtig. Nur eben ohne Knolle. Sehr schade! Aber dieses Jahr versuche ich es nochmal mit Kohlrabi. Dieses Mal aber aus der Profigärtnerei.

Erfahrungsbericht Gemüsegarten in Zinkwannen

Gemüsegarten in Zinkwannen –
das musst Du beim Pflanzen beachten

Wie auch bei Zierpflanzen im Topf ist eine gute Drainage wichtig, um Staunässe zu vermeiden. Daher bohre ich in die Zinkwannen und Töpfe zu allererst Löcher. Das geht ganz einfach mit einem Akkubohrer mit Metallbohrer. Dann befülle ich den Boden mit einer Schicht Blähtonkügelchen für die Drainage und erst dann kommt die Erde hinein. Ich habe Marken-Bio-Gemüseerde aus dem Baumarkt gekauft. Für die Tomaten sogar extra Tomatenerde in Bioqualität. Nach ein paar Wochen sollte man zusätzlich düngen mit einem Bio-Gemüse- bzw. Tomatendünger. Wie oft und wieviel hängt von der Art des Gemüses ab. In so einem trockenen Sommer wie im letzten Jahr muss man oft gießen. Ich mache das immer in den Abendstunden. Die meisten der Wannen und Töpfe stehen auf Füßen oder Holzkisten oder sonstigen Erhöhungen. Dadurch kann einerseits das Wasser besser abfließen (z.B. bei starkem, länger anhaltendem Regen) und außerdem bilde ich mir ein, daß dann keine Schnecken ins Gemüse kriechen können. Und die Ameisen kommen auch nicht auf die Idee, unter dem Topf oder der Wanne ihr Nest zu bauen.

Junge Gemüsepflanzen in Zinkwanne

Neues Jahr – neues Gemüseglück

Nun beginnt mein zweites „Gemüsegarten in Zinkwannen“-Jahr und ich bin gespannt, wie es sich in diesem Jahr entwickeln wird. Die bereits vorhandenen Wannen und Töpfe sind schon alle bepflanzt und die Saat ausgesät. Aber ich habe hier noch ein paar vorgezogene Bohnen und Gurken, die noch ausgepflanzt werden wollen. Außerdem wollte ich mein Glück auch mal mit Möhren versuchen und am liebsten noch mit Roter Bete. Deshalb werde ich demnächst mal wieder auf einem Trödel- und Antikmarkt stöbern gehen und nach Zinkwannen Ausschau halten. Die Tomaten stehen übrigens allesamt in Kunststofftöpfen.

Zinkwannen vorbereiten für die neue Aussaat

Für das neue Gemüse, das in diesem Jahr in den Zinkwannen wachsen soll, habe ich zuerst die Gefäße vorbereitet. Die alte Erde habe ich zur Hälfte entfernt und in einem großen Maurerkübel gesammelt. Die verwende ich dann für Sommerblumen und setze beim Plfanzen Langzeitdünger hinzu. Die restliche Gemüseerde in den Zinkwannen wird mit Hornspäne oder Naturdünger vermischt und dann mit neuer Bio-Gemüseerde aus dem Baumarkt aufgefüllt. So mache ich das, vielleicht gibt es einen noch günstigeren/besseren Weg, das weiß ich nicht. Wenn Du Erfahrung mit Gemüse in Töpfen gemacht hast, freue ich mich über jeden Tipp. Vielleicht verrätst Du mir ja Dein persönliches Gemüsetopfgärtner-Geheimnis?

Verlinkt mit dem „Sonntagsglück“ von Soulsister meets friends

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13 Kommentare
  1. Anni
    Anni sagte:

    Ein schöner Beitrag, liebe Beate, und sehr inspirierende Fotos dazu. Wir „balkongärtnern“ und probieren auch immer wieder Neues aus. Wir erfreuen uns aber alljährlich auch an Tomaten und Paprika/Chilis, die prächtig gedeihen.

    Die Zinkwannen sind toll!

    Viele Grüße

    Anni

    Antworten
  2. Pia
    Pia sagte:

    Das tönt ja alles sehr schön und erfolgreich. Schön wenn auch auf wenig Platz eigenes Gemüse wächst, gibt es doch nichts besseres. Wir haben zum Glück einen grossen Garten und sind praktisch Selbstversorger. Hoffentlich entsorgst du deine Rüstabfälle in einem Kompost dann kannst du im Frühjahr die Gefässe mit Komposterde nachfüllen und brauchst nicht teure Bioerde zu kaufen. Viel Spass und ein ertragreiches Gartenjahr wünscht, Pia

    Antworten
    • Beate Knoop
      Beate Knoop sagte:

      Hallo Pia, für einen Kompost habe ich bis jetzt noch keinen Platz gefunden. Wenn, dann würde nur ein Schnellkomposter gehen. Wäre natürlich ein Traum, nicht jedes Jahr neue und teure Erde kaufen zu müssen.
      Lg. Beate

      Antworten
      • Karin
        Karin sagte:

        Hallo Beate, vielleicht bist du inzwischen schon selbst darauf gekommen, aber wenn nicht, dann google doch mal nach einem Wurmkomposter. Das ist eine super Möglichkeit, die eigenen Gemüseabfälle platzsparend zu recyceln und wertvollen Wurmhumus zu ernten. Geht sogar in der Wohnung!
        Ich habe auch nur wenig Platz zum Gärtnern (im Hof) und habe vor einer Woche zum ersten Mal spontan Pflücksalat und Mizuna in Zinkwannen gesät. Bin gespannt, ob das bis zum Herbst noch etwas wird. Dein Bericht macht Mut, danke dafür! LG, Karin

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  3. Sandra
    Sandra sagte:

    Ich liebe diese kleinen Balkongärten, weil man auf wenig Raum auch viel erreichen kann. Ich mache das auch seit Jahren so. Ich nenne ihn liebevoll Gartonin. Witzigerweise treiben sich unsere Katzen dann auch mehr auf dem Balkon rum. Seit Donnerstag grubere ich hier auch endlich rum.

    Antworten
    • Beate Knoop
      Beate Knoop sagte:

      Gärtnern und Gemüse anbauen geht halt auch auf kleinstem Raum. Ich kann mir gut vorstellen, daß es auch Deinen Katzen gut gefällt. Meiner Paula (Labbihündin) gefällt es auch. Sie steckt gerne ihre Nase in die Radieschen :D
      Lg. Beate

      Antworten
  4. unser kleiner Mikrokosmos
    unser kleiner Mikrokosmos sagte:

    Hallo Beate,
    ich habe in meinem Garten auch viele Zinkgefäße. Diese nutze ich allerdings für Blumen. Für mein Gemüse habe ich ein kleines Stück Acker und ein kleines Gewächshaus. Es macht einfach Spaß eigenes Gemüse anzupflanzen und zu ernten. Ich finde deinen Gemüsegarten großartig.
    Liebe Grüße
    Silke

    Antworten
    • Beate Knoop
      Beate Knoop sagte:

      Dankeschön, liebe Silke. Meine ersten Zinktöpfe habe ich mit Rosen bepflanzt. Sie stehen auf der Dachterrasse. Rosen im Topf sind aber sehr pflegeintensiv und ich überlege, sie irgendwohin zu pflanzen (nur wohin? Ich hab ja nicht so viel Platz…).
      Viel Spaß beim Gärtnern und liebe Grüße, Beate
      P.S.: ein kleines Gewächshaus hätte ich auch sehr gerne ;)

      Antworten
  5. Waldrab Mia
    Waldrab Mia sagte:

    Liebe Silke
    Ich habe erfolgreich Kartoffeln in einer Zinkwanne gezogen, jetzt kam die Frage auf, ob das Zink schädlich sein könnte, kannst du oder jemand mir da antworten
    Lg Mia

    Antworten
    • Beate Knoop
      Beate Knoop sagte:

      Hallo Mia, ich baue mein Gemüse nun seit drei Jahren in Zinkwannen an und hab noch keinerlei gesundheitliche Schäden feststellen können :D Das lese ich auch zum ersten Mal. Wissenschaftlich belegen kann ich das allerdings auch nicht. Lg. Beate

      Antworten
  6. Marcel
    Marcel sagte:

    Ein super Beitrag. Die Zinkwanne kann so vielfältig verwendet werden und es ist immer wieder schön zu sehen, wie Gärtnerinnen und Gärtner ihre Kreativität ausleben. Die Bilder sind auch wirklich sehr schön geworden.
    Lg Marcel

    Antworten

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