Der Mai hat sich bei uns im Norden dieses Jahr so richtig ins Zeug gelegt und sich als wahrer Wonnemonat entpuppt. Sommerliche Temperaturen wie im Juli, Sonne satt und kein Regen. Die Natur ist wahrlich explodiert, alles blühte wie verrückt. Auch in meinem Garten im Hinterhof hat sich so einiges getan. Das Wetter machte so richtig Lust auf Gartenarbeit und so ist unter anderem ein kleiner Gemüsegarten in Zinkwannen und -Töpfen entstanden.

Zunächst einmal zeige ich euch meinen blühenden Garten. Flieder habe ich leider nicht, aber meine Schwiegereltern. Und da durfte ich mir ein paar Zweige vom Baum schneiden.

 

 

Wie Du schön und günstig einen Hof zum Blühen und Grünen bringst

Vor einem Sichtschutzzaun auf gepflasterter Fläche stehen zwei Brautspiere in Maurerkübeln und sie machen sich wirklich gut darin. Den Winter haben sie unbeschadet überstanden und das ohne zusätzlichen Winterschutz. Große Maurerkübel sind eine günstige Alternative zu teuren Töpfen. Wer das langweilige Schwarz nicht mag, kann sie auch bemalen oder verkleiden, z.B. mit Stoff oder Holzlatten. Gemüse oder Kräuter würde ich allerdings nicht darin anpflanzen. Sie riechen anfangs etwas streng nach Plastik. Hortensien zum Beispiel machen sich auch sehr gut darin. Zusätzlich habe ich in einer Ecke vor der Hauswand noch zwei ausgediente hohe Korbgefäße mit langen Efeuranken bepflanzt. Hier im lichten Schatten fühlen sie sich richtig wohl.

 

 

Die Akeleien haben in diesem Mai auch sehr schön geblüht. Auch wenn mir die Zeit sehr kurz vorkam. Ich liebe Akeleien und kann gar nicht genug davon haben. Im letzten Jahr hatte ich ein paar schöne Sorten vorgezogen, wie z.B. die gefüllte Sorte rechts oben im Bild. Die blau-gelbe Akelei unten links fühlt sich in einer Ritze in den Steinen vor der Hauswand wohl. Den Platz hat sie sich zumindest selbst ausgesucht.

 

 

Warum Du auf unterschiedliche Höhen in der Beetgestaltung achten solltest

Zierlauch (Allium) bringt Spannung ins Beet

 
Wenn alles auf einer Höhe wächst, kann es schnell langweilig aussehen. Wenn man sich so wie ich z.B. keinen Beetplan vor der Gestaltung macht, kann es sein, das vieles gleich hoch wächst. Mit ein paar Tricks kannst Du das aber nachträglich ändern. Allium z.B. ist so herrlich unkompliziert, blüht jedes Jahr auf’s Neue und man kann mit ihm Spannung in die Beetgestaltung bringen. Die lila Blütenkugeln scheinen förmlich über dem Beet zu schweben. In Gruppen sieht er natürlich am besten aus. Also beim Kauf nicht zu geizig sein und mindestens fünf Zwiebeln pro Gruppe setzen. Selbst wenn der Zierlauch verblüht ist, sieht er noch interessant aus. Die Blüten bilden Samen aus und langsam vertrocknet der Stiel und die Blüte. Macht sich auch schön in einer Vase.

 

 

Rankhilfe für Clematis in Rostoptik

Auch mit einer Clematis an einer Rankhilfe wie dem Obelisken kann man Spannung durch Höhe in der Gestaltung erzeugen. Die Clematis mag allerdings keine direkte Wurzelkonkurrenz, also etwas Abstand zum Pflanzennachbarn lassen. Die Waldrebe, wie sie auch genannt wird, findet es schön, wenn der Austrieb am Boden beschattet ist und keine direkte Sonne abbekommt. Den Blüten macht die Sonne allerdings nichts aus. Aber da kommt es auch auf die Sorte an. Es gibt soooo viele wunderschöne Clematissorten, da kann man glatt zum Sammler werden ;) (genau wie bei Lenzrosen, Heuchera, Funkien….)

 

 

 

Was Schnecken angeht, habe ich ja unglaubliches Glück. Selbst im letzten regenreichen Jahr, als es hier im Hinterhofgarten ein paar Schnecken gab, haben sie meine Funkien alle in Ruhe gelassen.
Wie mein Garten eigentlich entstanden ist, kannst Du hier nachlesen: Wie aus einem wilden Hinterhof ein kleiner Garten wurde

 

 

Hummel im Anflug – Hummel- & Bienenfutter

 
Der Perückenstrauch, bei mir in Rot, bildet klitzekleine gelbe Blüten, die von Bienen und Hummeln sehr gerne angeflogen wird (wie man sieht). Später werden daraus an Haare erinnernde „Fäden“. Wie das aussieht, zeige ich euch ein anderes Mal im Juni-Garten-Post.

 

 

Gemüsegärtnern in Zinkwannen- und Töpfen

Kleine Selbstversorgung im Hinterhof

 
Ursprünglich hatte ich geplant, ein Hochbeet im Hof aufzustellen. Dann dachte ich mir, ich probiere erst einmal aus, ob mir das Gemüsegärtnern überhaupt liegt. Zinkwannen hatte ich noch einige. Also habe ich mit einem Akkubohrer (mit Metallbohrer) Löcher für den Wasserabfluss reingebohrt und sie auf Holzkisten gestellt. Ich habe die Zinkwannen mit Bioerde aus dem Baumarkt gefüllt, was nicht gerade günstig ist. Hätte ich vorher gewusst, das nach und nach immer mehr Gemüsepflanzen einziehen, hätte ich wahrscheinlich eine Ladung Komposterde geordert. Ich nehme mal an, das wäre günstiger gewesen ;)

 

 

Welches Gemüse soll ich pflanzen?

 
Ist ja naheliegend, daß ich mir Gemüse ausgesucht habe, das ich sonst auch gerne esse. Einige Pflänzchen habe ich vorgetrieben gekauft, wie z.B. den Salat Lollo Rosso, Kohlrabi, Zucchini, Snackgurke, Kräuter und Tomaten. Den Mangold, Spinat und die Radieschen habe ich ausgesät. Und was soll ich sagen: es wächst alles wie bekloppt ;) Wenn Du Dir also ein Hochbeet oder ein Gemüsebeet anlegen möchtest, dann überlege Dir, was du bisher auf dem Wochenmarkt oder im Supermarkt an Obst und Gemüse gekauft hast. Und dann probiere einfach aus, was gut wächst und was nicht.
In Gartenbüchern und Fachzeitschriften findest Du jede Menge Tipps dazu, z.B. welche Gemüsearten zusammen gut wachsen und welche man lieber auseinander setzen sollte (Tomaten und Gurken z.B.). Google doch mal „welche Gemüsesorten vertragen sich nicht“, dann bekommst du schon super Tipps. Oder gibt „Mischkultur“ ein.

 

 

Die Radieschen sind mittlerweile sogar schon abgeerntet und neue ausgesät. Dabei hatte ich die Radieschensaat viel zu dicht ausgestreut. Ich dachte, das wird nie was. Aber denkste! Die Radieschen sind ordentlich gewachsen, dicht an dicht, und haben sehr köstlich geschmeckt. Was ich aus dem Radieschengrün gemacht habe, kannst Du hier nachlesen: Rezept für Radieschenpesto

 

 

Die Snackgurken teile ich mir immer mit Paula. Die steht nämlich total auf Gurken…und Möhren! Aber Möhren habe ich bis jetzt noch nicht gepflanzt.

 

 

Der Mangold ist auch super aufgegangen. Letztes Jahr hatte ich zwei gekaufte Pflanzen, dieses Jahr habe ich ihn selbst ausgesäät. Er wird zwar nicht so riesig groß wie im Supermarkt, aber das mag ich eh nicht. Kleine Blätter sind mir lieber. Die kannst Du wie Spinat verwenden: im Salat oder z.B. auch kleingeschnitten und gedünstet in einer Gemüsepfanne.

 

 

Setzlinge aus dem Küchengarten im Eutiner Schlosspark

Vor kurzem sind noch eine gelbe Postillionbohne, Borretsch und Zitronenmelisse dazu gekommen. Im Küchengarten im Eutiner Schlossgarten, wo Vereine die alte Küchengartenkultur wieder aufleben lassen, gab es ein paar Setzlinge für eine Spende zu kaufen. Auf meinem Instagramaccount habe ich den Eutiner Küchengarten mal ein wenig gezeigt. Die Story kannst Du Dir dort noch anschauen.

 

 

Nee, das ist jetzt kein Gemüse oder Salat, aber Sempervivum (Hauswurz, Dachwurz) darf in meinem Garten auch nicht fehlen. Ich habe eine alte Holzschublade damit bepflanzt, die ich mal aus dem Müllcontainer unserer Firma gefischt hatte ;) Ein Nudelsieb aus Edelstahl, bei dem der Griff abgebrochen war, musste auch schon herhalten.

 

 

Ein Garten lebt nicht von seiner Größe,

sondern von der Leidenschaft des Gärtners

 
Das war jetzt mein kleiner Gartenrundgang im Mai. Im Juni-Gartenrückblick werde ich Dir zeigen, wie sich meine Tomaten entwickelt haben. Momentan sind sie zwar hochgewachsen, aber die Früchte brauchen noch mehr Farbe.
Ich hoffe, ich konnte dich ein bisschen inspirieren, und Du überlegst Dir vielleicht, auch einen kleinen Gemüsegarten anzulegen?!  Man braucht nicht immer gleich einen Schrebergarten, es geht auch im Kleinen. Und es geht auch in Töpfen und Zinkwannen, nicht nur im Beet. Probiere es mal aus! Du wirst bestimmt reich belohnt werden mit leckerem Salat und Gemüse, das Du selbst gepflanzt, gepflegt und groß gezogen hast. Und es macht so viel Spaß!
 

Hier habe ich noch zwei Pinterest-Bilder für Dich:

 

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